Unsere vergangenen Projekte

 

Anton Bruckner

         (1824 – 1896)

Requiem d-Moll

Für Soli, Chor und Orchester


Christian Fink

        (1831 – 1906)

„Siehe, um Trost war

mir sehr bange“, op. 43

                                                               Für Chor, Streichinstrumente und Orgel

75 Jahre Reichspogromnacht Gedenkkonzert - St. Maria, Göppingen

Sonntag, 10. November 2013, 17.00 Uhr

 

Ausführende:

Silke Kaiser, Sopran, Andrea Wahl, Alt

Alexander Efanov, Tenor, Sebastian Peter, Bass

Orchester Musica Viva, Stuttgart

Chor pro musica

Leitung: KMD Thomas Gindele

2013 jährte sich zum 75. Mal jene Schreckensnacht, in der in Deutschland die Synagogen brannten, die sogenannte Reichspogromnacht. Aus diesem Anlass veranstaltete der chor pro musica ein Gedenkkonzert. Im Mittelpunkt stand das selten zu hörende Requiem von Anton Bruckner.

 

Es ist die erste größere Komposition des romantischen Symphonikers und zugleich seine erste Partitur mit Orchester. Bruckner revidierte das Requiem zweimal und hielt es auch im hohen Alter für sehr gelungen. Das kaum bekannte, ergreifende Werk war nach dem Tod seines Förderers Franz Seiler entstanden.

 

Als weiteres Chorwerk erklang im Rahmen des Gedenkkonzerts die Chormotette „Siehe, um Trost ward mir sehr bange“ mit Orchesterbegleitung des Esslinger Komponisten und Musikdirektors Christian Fink. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Orgel-, Klavier- und Chormusik, das der Tradition Mendelssohns verpflichtet ist, sich aber gleichfalls durch Persönlichkeit und sehr hohe Qualität auszeichnet. Die Motette wurde von KMD Thomas Gindele nach einer Vorlage aus dem Stadtarchiv Esslingen eingerichtet und erlebte in Göppingen eine Wiederaufführung nach mehr als hundert Jahren.

 

"Schwabenkindermesse"

 

Ostern 2014

 

 

Die 'Schwabenkinder'-Messe entstand aus Materialien der Filmmusik zu Jo Baiers Film 'Die Schwabenkinder': Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei sind bereits im Herbst 2002 für diesen kreuzwegartigen Film komponiert worden, der die Passionsgeschichte des Bauernjungen Kaspar und der über Jahrhunderte auf Kindermärkten verkauften Tiroler Kindern erzählt. Die übrigen Teile wurden im Mai 2003 solcherart hinzugefügt, dass eine eigenständige und zyklisch geschlossene Mess-Komposition entstanden ist. Es dürfte ein Novum der Musikgeschichte sein, dass aus einer Filmmusik eine liturgisch stimmige Messe hervorgegangen ist.


In ihrer Stilistik will das Werk nicht 'modern' sein, sondern hält sich bewusst an die Idiomatik des ausgehenden 19. Jahrhunderts, da in dieser Zeit auch die Filmhandlung angesiedelt ist. Das Werk ist in Tonfall und emotionalem Timbre besonders der 'Cäcilien-Messe' von Charles Gounod (1818-1893) verpflichtet, auf die der Film in der Entstehungsphase - die Technik der sogenannten 'temporary tracks' - vom Regisseur geschnitten war. Gounods geniales 'Sanctus' blieb im fertigen Soundtrack dann auch folgerichtig im Original erhalten. Die Komposition des 'Agnus Dei' nimmt auf dieses 'Sanctus' im Sinne einer Hommage spielerischen Bezug.


Widmung: ...dem Andenken von Charles Gounod gewidmet.

 

Klangliche Eindrücke und eine Beschreibung der Messe finden Sie auf der Homepage des Komponisten:

http://www.enjott.com/musik/schwabenkinder-messe-fuer-sopran-tenor-chor-und-orchester/

Mitsingprojekt 2015

Der chor pro musica bietet interessierten Sängerinnen und Sängern wieder einmal die Möglichkeit bei einem besonderen musikalischen Projekt dabei sein zu können. Am Sonntag, dem 22. November führt er zusammen mit namhaften Solisten der Region die Misa a Buenos Aires von Martin Palmeri im Konzert auf. Das Werk verbindet die Klangfarben, Harmonik und den Ausdruck des argentinischen Tango mit dem klassischen Messtext in besonderer Weise und lässt Kirchenmusik in ganz neu erleben.

Mit diesem Konzert verabschiedet sich KMD Thomas Gindele vom chor pro musica.

 

Neugierig geworden? Dann schauen Sie unverbindlich beim Projektstart am Donnerstag, 17. September, 20.00 Uhr im Musiksaal der Uhland-Realschule (2. Stock) vorbei.

 

 

Zum Werk:

Eine beeindruckende Stil-Synthese gelingt Martín Palmeri in seiner Komposition „Misa a Buenos Aires“. Er bedient sich musikalischer Elemente und stilistischer Merkmale des Tango, um den lateinischen Messtext innig und tiefempfunden in Musik zu gießen. 

Die südamerikanische Volksseele, die sich im argentinischen Tango widerspiegelt, scheint mit der mitteleuropäischen Musica Sacra zunächst nur schwer vereinbar. Doch wie der Tango zugleich Melancholie und Lebensfreude in sich birgt und dem engen Nebeneinander seine knisternde Spannung verdankt, so spannt sich auch der Bogen der liturgischen Texte vom verzweifelten „Herr erbarme dich“ bis zum jubelnden „Ehre sei Gott“.

Palmeri weiß diesen doppelten Spannungsbogen zu nutzen und verleiht seinem Werk die ganze Bandbreite der emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten und behält dabei gekonnt das ursprüngliche und unfehlbare Parfum der Musik vom Rio de la Plata bei. 

Auch die Besetzung trägt zum Flair der Musik bei. Zusammen mit der mal lyrisch-beseelten, mal bewegt-dramatischen Sopran-Partie sorgt das Bandoneon (Akkordeon) für ein stimmungsvolles, tangotöniges Flair, dem Klavier und Streicher weitere interessante Farben hinzufügen. 

Anleihen an barocke Kompositionstechniken und raffinierte Harmonik runden neben profiliert ausladender Dynamik das Bild einer bemerkenswerten zeitgenössischen Messkomposition ab.

 

Hier können Sie sich einen klanglichen Eindruck der Messvertonung verschaffen:

Kyrie: http://www.youtube.com/watch?v=sSxFMRQimTM

Gloria: http://www.youtube.com/watch?v=b63R93Td9iM

Credo: http://www.youtube.com/watch?v=ws4IXvTSct8

Sanctus: http://www.youtube.com/watch?v=oMFH87elPDA

Benedictus: http://www.youtube.com/watch?v=uTp5crJOSRs

Agnus Dei: http://www.youtube.com/watch?v=2wCBAAeS5wQ

 

Zum Komponisten:

Martín Palmeri (* 19. Juli 1965 in Buenos Aires) ist ein argentinischer Komponist und Dirigent.

Seine Vorfahren stammen aus Italien und Dänemark. Er studierte in Argentinien und Italien Komposition, Chorleitung, Gesang und Klavier. Er ist Komponist von Vokal- und Instrumentalwerken, von den viele von Form und Harmonik des Tango Nuevo inspiriert sind, darunter Opern, Oratorien, Chor- und Orchesterkompositionen. Palmeri erhielt den ersten Preis für ein Chor-Arrangement vom argentinischen Chorverband AAMCANT im Jahr 2011. Die National University of Rosario zeichnete ihn 2010 mit dem ersten Preis für „National Choral Arrangements“ aus. Das National Endowment for the Arts verlieh ihm im Jahr 2003 den ersten Preis in dem Genre „Symphonic Arbeit Essay Contest Juan Carlos Paz“ für sein CONCIERTO DE DANZAS für Cello und Orchester. Mehrere CDs mit Palmeris Kompositionen sind in Italien, Lettland und Argentinien erschienen.

Kooperation mit anderen Chören 2017

Das Jahr 2017 ist das Lutherjahr. Unsere evangelischen Mitchristen feiern 500 Jahre Reformation. Aus diesem Anlass gestaltet der Chor pro musica im Zeichen der Ökumene gemeinsam mit der evangelischen Kantorei Göppingen unter der Leitung von Klaus Rothaupt folgende zwei Projekte:

Am Sonntag, den 14.05.2017, singen wir im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes die Krönungsmesse von Mozart um 10 Uhr in der Oberhofenkirche in Göppingen.

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums unterstützen wir die Göppinger Kantorei am 31.10.2017 in der Stadtkirche ebenfalls im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes. Neben Gemeindegesängen wird unter anderem auch Händels Halleluja gesungen.

Am Sonntag, den 17.12.2017, führen wir in der Stadtkirche gemeinsam das Weihnachtsoratorium von Pablo Casals auf Katalanisch auf.

Auch mit unserem Gospelchor der SE St. Maria und Christkönig möchten wir in diesem Jahr kooperieren. Aus diesem Grund singen wir gemeinsam mit ihnen am Donnerstag, den 15.06.2017, anlässlich Fronleichnam um 10 Uhr in Christkönig die Mainzer Messe von Thomas Gabriel.